Zeit für den Geist
Thomas Röttcher - Curriculum Vitae

Alle Welt starrt derzeit auf Japans drohenden Super-GAU. Die Massenmedien wiederholen auf hypnotisierende Art Bilder aus der Katastrophenregion und halten uns vor der Glotze fest. Andere bedeutsame Geschehnisse, die kürzlich noch die Schlagzeilen beherrschten (Aufbruch in Nordafrika!), geraten in den Hintergrund (Absicht?).

Manche Blogger, die es eigentlich besser wissen und können, üben sich in reißerischen, geschmacklosen Titeln wie etwa “Hiroshima 2.0″, die an der eigentlichen Sache völlig vorbeigehen.

Merkel, Westerwelle & Co. instrumentalisieren die Vorfälle im Land der aufgehenden Sonne für ihre Wiederwahl und erproben eine Hinhaltetaktik (nichts anderes meint der Begriff “Moratorium”), um dann irgendwann im April einmal mehr “April, April!” zu verkünden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Seit gestern abend, genauer seit heute früh, wissen wir, dass zwei, wenn nicht gar fünf Reaktoren nach dem Erdbeben in Japan eine Kernschmelze droht – mit allen Konsequenzen eines Super-GAUs, der das bisher Zerstörte in den Schatten stellen könnte. Bei allem Mitgefühl für die dort lebenden Menschen fragt man sich dennoch, wie der Inselstaat überhaupt auf die Idee kommen konnte, in dieser erdbebengefährdeten Region derart viele Kernkraftwerke zu errichten – wo eine größere Katastrophe doch nur eine Frage der Zeit sein konnte! Warum das Schicksal auf diese Weise herausfordern?

Erwartete Ausbreitung des Tsunami, der vor allem Japan traf (Bild: National Oceanic and Atmospheric Administration)

Erwartete Ausbreitung des Tsunami, der vor allem Japan traf (Bild: National Oceanic and Atmospheric Administration)

Ausgerechnet Japan, kommt einem in den Sinn, das doch schon vor rund 65 Jahren die vernichtende Gewalt der Atomenergie erleben musste! Und scheinbar auch nichts daraus lernte. Schlimmer noch: Diesen Beitrag weiterlesen »

Unser Herr Verteidigungsminister, das ist so einer. Nicht nur, dass er einfach einen Artikel aus der FAZ zur Einleitung seiner Doktorarbeit machte. Nein, er “vergaß” auch noch, den Namen des Autors und die Quelle zu benennen. Und das 2006, wo er bereits mitten im Politgeschäft aktiv war. Was soll man davon halten?

Auch aus der Neuen Zürcher Zeitung soll er etwas übernommen und dabei Urheberrechte verletzt haben, was die Schweizer sogleich demütigend auszuschlachten wissen und vom Freiherr eine Entschuldigung einfordern.

Klar, nie war es so einfach wie in Zeiten des Internets, Texte zu klauen. Es war aber auch nie so leicht, lieber Herr zu Guttenberg, zu überprüfen, ob ein Text geklaut ist!

Ist das nun das Ende seiner politischen Karriere? Diesen Beitrag weiterlesen »

Wo treffe ich Gleichgesinnte, mit wem kann ich mich über zeitgeist-Themen austauschen und mein Wissen vertiefen? Diese und ähnliche Anfragen gehen in unserer Redaktion immer häufiger ein. Das Kommentieren via Internet scheint vielen zu unpersönlich.

Manche verspüren auch den Wunsch, die nach Lektüre der zeitgeist-Print-/Online-Ausgabe gewonnenen Erkenntnisse in die Tat umsetzen zu wollen, sich mit anderen zusammenzutun, sich zu “vernetzen”, wie man es heute gerne nennt. Wie wir feststellen konnten, mangelt es tatsächlich an niveauvollen Begegnungsmöglichkeiten jenseits der üblichen “Stammtische”.

Dies wollen wir nun ändern. Nach einer Zeit der Vorbereitung haben wir jetzt die Voraussetzungen geschaffen, dass interessierte zeitgeist-Leserinnen und -Leser zusammenkommen können. Diesen Beitrag weiterlesen »

An Wikileaks scheiden sich die Geister. Steht die Enthüllungsplattform im Dienste des Guten oder des Bösen, fragen sich inzwischen nicht wenige. Widersprüchliche Meldungen polarisieren zusätzlich. Da heißt es zum Einen, dank Wikileaks gebe es in Spanien keine Zensur, dann liest man zeitgleich, gerade wegen Wikileaks sei die Zensur in Ungarn errichtet worden. Ja, was denn nun?

Ich kenne Wikileaks schon seit ein paar Jahren, also seit den Anfängen. Schon früh wurde dort allerlei Brisantes veröffentlicht, so etwa interne Dokumente der Scientology, Internetsperrlisten oder auch Akten, die Korruptionsaffären ans Licht brachten. Damals krähte kaum ein Hahn danach, sieht man mal von den gerichtlichen Klagen der Scientologen ab.

Die Medien fingen erst Feuer, als die geheimen Aufnahmen des Hubschraubereinsatzes, bei dem das US-Militär neben zahlreichen afghanischen Zivilisten u. a. einen Reuters-Mitarbeiter liquidierte, rund um den Erdball gingen und die Menschen erschütterten. Wikileaks war augenblicklich in aller Munde. Bis zu jenem Zeitpunkt waren die Betreiber der Whistleblower-Seite anonym geblieben.

Doch dann meldete sich ein gewisser Julian Assange zu Wort, gab sich als Chef von Wikileaks aus, an anderer Stelle auch als Sprecher. Diesen Beitrag weiterlesen »

Etwas, das man in jüngerer Zeit bislang nur aus totalitären oder dirigistischen Staaten wie etwa China kannte, hält nun auch in Europa Einzug: In Ungarn wurde de facto die Pressefreiheit abgeschafft. Wird dies Schule machen? Vor dem Hintergrund einer zunehmend aufbegehrenden Bevölkerung und unter dem Vorwand weiterer Überwachungsmaßnahmen, pardon, zur Verbesserung der inneren Sicherheit für nicht wenige westliche Politiker ein durchaus wünschenswertes Szenario.

Im “Press Freedom Index 2010″ von Reporter ohne Grenzen, in dem die Situation verschiedener Länder zwischen dem 1. September 2009 und 1. September 2010 ausgewertet wurde, kam Ungarn mit Platz 23 noch vergleichsweise passabel weg. Deutschland liegt in der Rangliste auf Platz 17, Großbritannien auf 19, Frankreich auf 44 (!). Und die USA? Dort unterschied man bizarrerweise – ebenso wie in Israel – in Inlands- und Auslandsberichterstattung. Anscheinend, um die Zensur hinsichtlich des Einsatzes in Afghanistan und im Irak resp. in Palästina separat auszuweisen. Ergibt das Sinn? Kann, oder besser, darf man das überhaupt so scharf trennen? Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit diesen Worten schließt Alexander Lehmanns neuester filmerischer Streich, der sich einmal mehr dem Datensammelwahn der Bundesregierung verschrieben hat. Lehmann war bekannt geworden durch seinen äußerst gelungenen Videobeitrag “Du bist Terrorist”.

Wollt Ihr die totale Sicherheit? Schaut selbst:

Keine Antwort liefert der Clip hingegen auf die Frage, Diesen Beitrag weiterlesen »

Heute ereilte mich die traurige Nachricht, dass die von mir geschätzte Bärbel Mohr nicht mehr unter uns weilt. Sie verstarb am 29. Oktober 2010 still und viel zu früh, im Alter von 46 Jahren.

Ich habe Bärbel persönlich gekannt, nicht sehr gut, leider, doch unsere Wege kreuzten sich immer wieder: Als sie noch Herausgeberin der Zeitschrift “Sonnenwind” war, die zwischen 1995 und 2000 erschien, oder auch bei diversen Events. Sie hatte als Journalistin stets einen guten Riecher, entdeckte “Aufbruchthemen” frühzeitig. Insbesondere jedoch war sie an positiven Nachrichten interessiert, denn die kämen, so Bärbel, in unserer, von negativen Schlagzeilen geprägten Medienlandschaft einfach zu kurz.

1999 muss es gewesen sein, als sie auf meine Einladung hin in Stuttgart einen Vortrag hielt. Damals war gerade ihr späterer Bestseller “Bestellungen beim Universum” erschienen. Es war ihr erster Auftritt vor einer größeren Öffentlichkeit überhaupt. Niemand ahnte zu jener Zeit, zu welcher Popularität es die schüchterne Bärbel, die da zu uns sprach, einmal bringen sollte … Diesen Beitrag weiterlesen »

titel_1_10_rheingoldFreiheit. Ist sie vom Aussterben bedroht? Sie, die wohl größte aller Tugenden? Sie, die das Leben überhaupt lebenswert macht? Sie, deren Wert wir erst erkennen, wenn sie uns abhandengekommen ist? Ich meine, ja.

Der von mir ansonsten hochgeschätzte Kabarettist Hagen Rether ist überzeugt: Wir brauchen weniger Freiheit. Wir wüssten gar nicht mit ihr umzugehen, handelten verantwortungslos. Hat er Recht?

Umgang mit Freiheit will erlernt sein, in der Tat. Doch dazu braucht es einen Ansporn – vielleicht sogar eine Krise. Auf jeden Fall aber einen freiheitlichdemokratischen Rahmen. Den haben wir zwar auf dem Papier, wie jedoch sieht die gelebte Wirklichkeit aus? Diesen Beitrag weiterlesen »

Eigentlich wollte ich zum Fall(en) Sarrazins nicht auch noch meinen Senf dazugeben. Aufgrund der jüngsten Entwicklung komme ich jedoch nicht umhin, ja, fühle ich mich sogar verpflichtet, ein paar Zeilen an Sie zu richten.

Erst neulich durften wir erleben, wie eine bedeutende Whistleblower-Plattform, ein geschützter Raum für Informanten, öffentlich geschlachtet wurde. Von allen. Ausnahmslos. Wegen Fahrlässigkeit, meinetwegen auch Fehlverhaltens in einem Fall. Vergessen war schlagartig, was dort zuvor an Geheimdokumenten offengelegt wurde bzw. noch wird und so der Sicherung unserer Demokratie diente. Macht Selbstbeschneidung jetzt Schule?

Thilo Sarrazin hat ein Buch geschrieben, in dem er aus seiner Sicht – gestützt auf von ihm herbeigezogene Statistiken – auf Missstände in der Integrationspolitik Deutschlands hinweist. Das ist sein gutes Recht, ein verbrieftes sogar, nämlich das der Meinungsfreiheit. Etwas, das mühsam „erkämpft“ wurde, an das auch die Pressefreiheit geknüpft ist.

Der Mann spricht zudem etwas aus, wohlwissend, dass es für manche unliebsam sein könnte und dass er sich und sein Amt damit in Gefahr bringt. Das nennt man Zivilcourage.

Auf einem ganz anderen Blatt steht, ob man Herrn Sarrazin zustimmt oder nicht. Diesen Beitrag weiterlesen »

Viele Menschen fragen sich in diesen Zeiten: Droht ein neuer Krieg, ein Weltkrieg gar, der auch uns erfassen könnte? Etwas, so scheint es, liegt in der Luft. Die USA machen mobil, liest man. Längst befänden wir uns inmitten eines neuen Kalten Krieges, auch wenn dieser medial nicht so offen begleitet würde wie noch vor Glasnost und dem Fall der Berliner Mauer. Doch wen oder was gilt es eigentlich zu bekämpfen? Gibt es überhaupt eine Bedrohung?

Was können, was sollen wir glauben? Es mangelt an Transparenz. Das, was über offizielle (Regierungs-)Kanäle verkündet wird, ist grundsätzlich zu bezweifeln. Das weiß man, seit bekannt wurde, wie die Weltöffentlichkeit in der Vergangenheit propagandistisch mit “Operationen unter falscher Flagge” getäuscht wurde. Pearl Harbour oder auch Hitlers Überfall auf Polen seien hier stellvertretend genannt. Viele rechnen den 11. September dazu.

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Stimmen und Kommentaren, von Experten und solchen, die es werden wollen. Meinungen, die es ebenso von “Enten” zu unterscheiden gilt. Dieses Mehr an Information kann jedoch auch die Angst mehren. Diesen Beitrag weiterlesen »

BP hat also Bildmaterial auf der eigenen Webseite geschönt. Gleich mehrfach. Dies wurde jüngst von einem US-amerikanischen Blogger (später folgten andere) aufgedeckt – und prompt von Massenmedien und Nachrichtenagenturen auch hierzulande aufgegriffen. Lange schwiegen diese zu ganz anderen Kalibern an Desinformation seitens des Ölgiganten und der Obama-Administration. zeitgeist-Blogger Magnus Göller dokumentierte das Geschehen der letzten Monate engagiert und hintergründig.

Seit nun das Loch im Meeresboden “gestopft” scheint (und ich betone scheint, weil es doch Hinweise dafür gibt, dass die Aktion erneut misslungen ist bzw. neue Lecks entdeckt wurden, jetzt womöglich auch Gas auströmt, ja die ganze Situation noch viel schlimmer sein könnte als bislang vermutet, zumal nach den dilettantischen “Rettungsversuchen” der BP-Ingenieure), nahm das Medieninteresse an dem Ölfiasko plötzlich wieder zu. Wenn die Redaktionen der großen Verlage und Funkhäuser auch sonst nicht so geizten mit positiven Nachrichten!

Die FAZ hatte sich gestern ganz besonders mutig gezeigt. Ob Frau Merkel nach der scheinbaren Wendung zum Guten wohl grünes Licht für freie Berichterstattung gegeben hatte? Diesen Beitrag weiterlesen »

Da ist sie wieder: die Fußball-WM. Pardon, die FIFA-Fußball-WM. Jene Veranstaltung, die alle vier Jahre Medien und Massen beherrscht wie kein anderes “Kultur-Event”.

Nie zuvor war der Veranstalter, die FIFA, so mächtig wie heute: Mehr Mitgliedsstaaten als die UNO (208:192), Jahresgewinne in dreistelliger Millionenhöhe, Monopolstellung (als einziger Weltverband des Fußballsports).

Die “Vereinten Nationen des Fußballs”, wie der die Organisation gern genannt wird, stehen auch für eine radikale Kommerzialisierung des Fußballsports. Wer als Mitgliedsverband nicht mitspielt oder besser: nicht spurt, wird drastisch sanktioniert. Beispiele dafür gibts zur Genüge (für Skeptiker: einfach die Wortfolgen “Sanktionen der FIFA” oder auch “Kritik an FIFA” via Suchmaschine recherchieren).

Erst jüngst kam es wieder zu einer Machtdemonstration Diesen Beitrag weiterlesen »

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