Zeit für den Geist
Thomas Röttcher - Curriculum Vitae

Viele Menschen fragen sich in diesen Zeiten: Droht ein neuer Krieg, ein Weltkrieg gar, der auch uns erfassen könnte? Etwas, so scheint es, liegt in der Luft. Die USA machen mobil, liest man. Längst befänden wir uns inmitten eines neuen Kalten Krieges, auch wenn dieser medial nicht so offen begleitet würde wie noch vor Glasnost und dem Fall der Berliner Mauer. Doch wen oder was gilt es eigentlich zu bekämpfen? Gibt es überhaupt eine Bedrohung?

Was können, was sollen wir glauben? Es mangelt an Transparenz. Das, was über offizielle (Regierungs-)Kanäle verkündet wird, ist grundsätzlich zu bezweifeln. Das weiß man, seit bekannt wurde, wie die Weltöffentlichkeit in der Vergangenheit propagandistisch mit “Operationen unter falscher Flagge” getäuscht wurde. Pearl Harbour oder auch Hitlers Überfall auf Polen seien hier stellvertretend genannt. Viele rechnen den 11. September dazu.

Im Internet gibt es eine Vielzahl an Stimmen und Kommentaren, von Experten und solchen, die es werden wollen. Meinungen, die es ebenso von “Enten” zu unterscheiden gilt. Dieses Mehr an Information kann jedoch auch die Angst mehren. Manche werden depressiv ob der ständigen Horrormeldungen, die nicht selten auch der Bloggerlandschaft entstammen.

Dennoch: Nie gab es soviel Einblick in politische Hintergründe. Und nie zuvor gab es so viel engagierte Friedensarbeit im weitesten Sinne – dank mutiger Rollenvorbilder. Es herrscht, parallel zur dumpfen Kriegsfurcht, eben auch eine Art Aufbruchsstimmung. Aufbruch hin zu einem anderen Miteinander. Einem von Vernunft geprägten Miteinander.

Die Russen wenden sich mit den jüngsten Wirtschaftsverträgen nun mehr Deutschland und Europa zu – und damit von den Chinesen ab. Wie wird China reagieren? Und was ist mit den USA? Werden sie sich mit ihrer Kriegstreiberei in der Welt zunehmend isolieren? Wo positioniert sich Israel? Und wo der Iran und Nordkorea, jenseits aller (atomarer) Drohgebärden? Die Fronten scheinen unklarer denn je.

Doch Krieg? Aus welchen Gründen aber? Weil Regierungen oder Militärs meinen, “Stärke” beweisen zu müssen? Aus strategischen Gründen? Weil ethnische Gruppen territoriale Ansprüche erheben? Weil Religionsvertreter glauben, die Welt von Un- oder Andersgläubigen “befreien” zu müssen? Aus anders begründeter Emotionalität heraus, wie Rache und Hass? Oder weil Rohstoffe knapper zu werden scheinen? Weil die Waffenlobby noch mehr Geld verdienen will? Weil Kapitalismus immer wieder eine Totalzerstörung braucht, um seine Vorherrschaft zu erhalten? Gibt es überhaupt einen, nur einen einzigen sinnvollen Grund für Krieg?

Passend dazu stieß ich auf ein Zitat des frühen Churchill, dessen mahnende Worte – den britischen Patriotismus und die umstrittene Person des späteren Premierministers einmal außer acht lassend – nichts an Aktualiät eingebüßt haben:

“It may be that the human race is doomed, never to learn from its mistakes. We are the only animals on this globe who periodically set out to slaughter each other for the best, the noblest, the most inescapable of reasons. We know better. But we do it again and again in generation after generation.”

Diese Passage, als Teil einer Rede vor dem Unterhaus des Britischen Parlaments, stammt aus dem 1972 erschienenen Spielfilm “Der junge Löwe” (Originaltitel: “Young Winston”). Die Postrockband “Maybeshewill” hat Auszüge daraus – zusammen mit einem Ausschnitt aus dem ebenfalls empfehlenswerten Film “Good Night, and Good Luck” (USA 2005) – musikalisch berührend in Szene gesetzt:

Wir Menschen brauchen es aufgrund unserer Vergesslichkeit, wieder und wieder im Herzen berührt zu werden. Dann erst bekommt wohl Vernunft eine Zukunft, auf die wir bauen können.

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