Zeit für den Geist
Thomas Röttcher - Curriculum Vitae

In Anbetracht der sich zuspitzenden Krise, und pünktlich zum 1. April, wurde in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestags mehrheitlich Überraschendes verabschiedet. Dazu mein Kollege Jens Heisterkamp von Info3: “In Ausweitung der breit angelegten Wirtschaftsförderungsprogramme für die angeschlagene Auto- und Bankenindustrie hat sich die Bundesregierung jetzt kurzfristig entschlossen, auch die Bürgerinnen und Bürger direkt zu unterstützen und das Bedingungslose Grundeinkommen einzuführen.” Das Antragsformular kann bei den zuständigen Ämtern ab sofort eingereicht werden. Besonders Schnelle können die Grundsicherung auch direkt im Internet beantragen.

Nicht alle hat dieser Schritt erstaunt – einige halten ihn sogar für längst überfällig. Denn die beim Bundestag kürzlich eingereichte Petition, über die ich hier ausführlich berichtet hatte, hätte durch die rege Beteiligung doch bereits ein deutliches Signal gesetzt. Manch anderer wiederum behauptet, dass die Regierenden in Berlin das nicht aus Einsicht oder gutem Willen taten, sondern keine andere Wahl mehr blieb. Denn die Bürger würden sich nicht mehr länger zur Kasse bitten lassen, um dann zu sehen, wie den Banken, die ja die Finanzmisere als Hauptverantwortliche verschuldet hatten, als “Belohnung” noch öffentliche Gelder nachgeworfen würden. Dem Aufbegehren des Volkes, wie in anderen Ländern, wollte man hierzulande wohl vorbeugen: Man denke an die Studentenaufstände in Griechenland, die Entführung von Firmenvorständen in Frankreich oder den G20-Gipfel in London, wo heute, am Vorabend des Treffens, Aktivisten Banken stürmten …

Sie ahnen es – es handelt sich hier “lediglich” um einen gelungenen Aprilscherz von Kommunikationsguerillas, genauer von der Berliner Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen. Immerhin ein erneuter Fingerzeig nach Attacs Adbusting-Aktion mit “DER ZEIT”.

Doch was wäre, wenn … ja, wenn dennoch ganz viele das Formular ausfüllten und absendeten?

“Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.”
Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888)

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3 Kommentare zu „Per Eilantrag durchs Parlament: Grundeinkommen heute beschlossene Sache“

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