Zeit für den Geist
Thomas Röttcher - Curriculum Vitae

Krise als Chance, das hab ich jetzt schon öfters gehört und gelesen. Aber worin besteht die Chance wirklich?

So mancher hofft ja insgeheim schon seit Jahren, dass es endlich crasht. Dass das alte, das überkommene Gesellschaftssystem verschwindet. Einer, ein alter Bekannter aus dem Schwarzwald, rechnete bereits vor 10 Jahren jeden Tag mit dem Zusammenbruch, nahm keine Jobs mehr an – doch der kollektive Kollaps blieb aus, dafür geriet er an den Rande eines persönlichen. Sowohl geschäftlich als auch privat ging es bergab mit ihm, zusehends wurde er zynischer. Ich stellte ihm damals die Frage, wie er sich denn “die Zeit danach” vorstellte. Doch so weit wollte er nicht denken.

Er ging wohl, wie andere (heute) auch, davon aus, dass automatisch alles besser werde. Einfach so. Doch sind wir mal ehrlich: Ist das nicht etwas naiv? Von nichts kommt bekanntlich nichts, warum also gerade hier? Es hängt doch einzig und allein an uns, an der Zivilgesellschaft, an dem, was wir bereits heute als “bessere Welt” schaffen. Das dient dann als Auffangbecken, daraus konstituiert sich das neue Gesellschaftsfundament. Also kann es doch nur darum gehen, schon jetzt als Rollenvorbild zu agieren und als Einzelner das vorzuleben, das wir von der Gemeinschaft erwarten.

Und nun die frohe Botschaft: Dazu braucht es keinen Crash, wir können es schon heute leisten! Von jetzt auf gleich. Mit Leidensdruck und ohne.

Ich kenne nicht wenige, die sich in diesen Zeiten, in denen der Kapitalismus vor dem Kapitulieren steht, auf menschliche Qualitäten besinnen. Werte scheinen wieder einen Wert zu erhalten, Familien rücken enger zusammen, Kommmunikation und Austausch wird wichtiger, Nachbarschaftshilfe plötzlich ganz groß geschrieben. Immer mehr sorgen vor, etwas, das früher eine Selbstverständlichkeit war. Die Menschen scheinen zu ahnen, dass Netzwerkbildung und Solidarisierung essenziell werden könnte, wenn das mit der Krise, die ja noch nicht wirklich eine ist, doch kein gutes Ende nehmen sollte.

Da nimmt sie konkret Gestalt an, die Chance in der Krise.


Diesen Beitrag mit Anderen teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Technorati
  • MySpace
  • LinkedIn
  • Webnews
  • Wikio DE
  • email

3 Kommentare zu „Das Gute an der “Krise”“

Kommentieren

März 2009
M D M D F S S
« Feb   Apr »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  
Buchempfehlung
zeitgeist auf Facebook!
Anzeige
Translator
Anzeige
Die aktuelle Printausgabe
Letzte Kommentare
  • Bella: Kennen Sie die Videos von Prof. Dr. Veith ? Z. B. Offenbarung (2004) 01 ff. Höchst interessant !!! Ich selbst...
  • Matze: Ich muss Ihnen recht geben. Das mit den 1,8 Milliarden ist ja jetzt die Krönug! Da sieht man auch wie ernst es...
  • Ex-Fan: @ Melanie und ihre “Schwester” MelanieB Äh, bist Du blond oder was? Das ist doch eindeutig...
  • MelanieB: Wie bitte…die Online Werbung hat ihn enttarnt..sorry..aber jetzt musste ich echt lachen. Wo ist hier...
  • Melanie: Sorry..aber wieso soll die aufgeschaltete Online Werbung ein Beweis sein, dass er noch lebt?! Und wie soll...
Anzeige
Besucher dieser Seite
Verzeichnisse u. Statistiken