Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. So steht es in Artikel 5, Absatz 3, unseres Grundgesetzes. Es kann nicht schaden, sich ab und an daran zu erinnern, gerade vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf unsere Grundrechte. Aber auch, wenn man auf den Apparat blickt, der heute „die Wissenschaft“ repräsentiert.
Wissenschaft ist keine Tätigkeit mehr, sondern eine Institution. Machtstrukturen haben sich etabliert, die der Wissenschaft nicht wirklich förderlich sind. Inwiefern, und was wir dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Das eigentliche freie Forschen ist in den Hintergrund getreten, Funktionäre organisieren den Betrieb. Sicher, organisierte Wissenschaft ist nicht strafbar. Noch nicht. Diesen Beitrag weiterlesen »
Für alle überraschend, verstarb am 28.12.2011 Heiko Lassek. Vorgestern fand seine Beisetzung in Berlin-Kreuzberg statt.
Ich konnte die traurige Kunde im ersten Moment kaum fassen. Denn der Arzt, Wissenschaftler und Autor, der sich ganz der Weiterführung der Forschungen Wilhelm Reichs, u. a. im Bereich Körperpsychotherapie sowie zum Themenkomplex Krebs, verschrieben hatte, dazu von Eva Reich sogar als offizieller Nachfolger ihres Vaters eingesetzt worden war, erreichte gerade einmal das Alter von 54 Jahren.
Heiko war mir ein Bruder im Geiste und im Herzen, obwohl wir uns nur wenige Male im Leben getroffen haben. Unsere Begegnungen waren jedoch stets von großer Intensität und regem Austausch geprägt. Heiko vermittelte einem das Gefühl, dass er sich aufrichtig für den Gegenüber und dessen Lebensprojekte interessierte. Diesen Beitrag weiterlesen »
Mitten in der Zitterpartie um die ganze Geldleiherei und den Diekmannschen Anrufbeantworter ereilt unser Staatsoberhaupt die nächste Horrornachricht: Er soll in seiner Zeit als Aufsichtsrat von Volkswagen Pflichten verletzt haben und nun dafür haften (der Fluch der Ämterhäufung …), und zwar mit 1,8 Milliarden Euronen. Milliarden wohlgemerkt, nicht Millionen!
Mal sehen, wie das noch zu toppen ist. Vielleicht wird man Herrn Wulff nächstens auch für alle Globalisierungsfolgen, den Klimawandel, nein, die verstärkte Sonnenaktivität, und den bevorstehenden Weltuntergang (immerhin befinden wir uns im Jahr 2012) verantwortlich machen. Wundern würde es mich nicht.
Irgendwie scheint es nicht wenigen richtig Spaß zu machen, dem vielgescholtenen Bundespräsi gerade jetzt eins überzuziehen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Der Kabarettist Roland Düringer (geb. 1963) hielt Anfang Dezember im österreichischen Fernsehen eine Ansprache, die für ziemlich viel Aufregung sorgte. Düringer, seit 22 Jahren im Geschäft, zählt in unserem Nachbarland zu den bekanntesten seiner Zunft. Seine Werke wurden mehrfach prämiert.
In der dynamisch ansteigenden “Wutrede”, wie man sie in dieser Deutlichkeit und Emotionalität bei uns allenfalls von Georg Schramm kennt, bringt er das auf den Punkt, was wohl vielen Wutbürgern, Occupylern, Aussteigern, Politikverdrossenen, Infokriegern und sonstigen empörten Aufbrüchlern auf der Seele brennt. Hören Sie selbst: Diesen Beitrag weiterlesen »
Die Mächtigen Europas treffen sich heute und morgen in Brüssel, um ein erneutes Mal den Euro zu retten. So berichten es die Medien. Es scheint, dass alles auf der Kippe steht – selbst Zentralbanken spielten bereits ein Leben ohne den Euro durch. Oder sind diese Debatten lediglich “Scheingefechte”, weil der finale Plan längst vorliegt, wie manche munkeln?
Ich wage schon jetzt eine Prognose. Auch wenn sich viele Menschen, nicht nur hierzulande, ein Ende der ungeliebten Währung wünschen: Der Euro wird uns erhalten bleiben. Zumindest wird man alles daran setzen, ihn zu erhalten. Allem Hin und Her zum Trotz. Woran mache ich das fest?
Man muss nur verschiedene Aussagen und Entwicklungen der letzten Zeit nebeneinanderstellen, und schon ergibt sich eine Gesamtschau: Diesen Beitrag weiterlesen »
Wie jetzt verlautbar wurde, hat sich Karl-Theodor zu Guttenberg wohl nicht ganz freiwillig in den deutschen Medien zurückgemeldet. Ihm sei im Grunde klar gewesen, dass dies ein Spießrutenlaufen werden würde, erklärte der Freiherr nun freimütig “off the Record”. Er sollte Recht behalten – der Ex-Minister hat Medienberichten zufolge inzwischen nicht mal mehr in seiner oberfränkischen Heimat bedingungslose Rückendeckung.
“Die Leute merken einfach, dass mein neues Image aufgesetzt ist.” Bereits im Vorfeld hatte er seine PR-Agentur darauf hingewiesen, dass das neue, am Reissbrett entworfene Styling zwar schön und gut wäre. Die Gel-Pomade jedoch sei einfach standesgemäßer gewesen, so Guttenberg, zumal er sich mit ihr seinem Freund von Deutschlands größter Tageszeitung näher fühlen konnte. Am meisten störe ihn aber, dass er nun ständig mit zusammengekniffenen Augen oder Kontaktlinsen herumlaufen müsse.
Er hätte allerdings keine Wahl gehabt, räumt der “Lügenbaron”, wie ihn manches Blatt überzogen herablassend nach dem Plagiatsskandal bezeichnet hatte, kleinlaut ein. Diesen Beitrag weiterlesen »
Mal ehrlich: Was soll eigentlich noch das ganze Getue um den Stuttgarter Hauptbahnhof? Demonstriert, gestreikt, besatzt, gekämpft, beschwert und erzürnt wurde sich doch jetzt beleibe genug. Können wir uns bitte mal wieder zivilisiert verhalten, uns endlich besinnen, zumal Weihnachten vor der Tür steht?
Morgen ist Volksfest, Quatsch, Volksabstimmung, mit der dann ja – oder nein? – endlich alles gut wird. Übrigens wird in ganz Baden-Württemberg abgestimmt. Nicht nur in der Schwabenmetropole. Wussten Sie’s? Da werden sich die Badener schon freuen, ihren Erzfeinden ein Schnippchen schlagen zu können …
Doch das ist nicht die einzige Ver(w)irrung in der Sache; mein Kollege Magnus Wolf Göller hat sich über die sprachlichen Kapriolen schon eingehend ausgelassen.
Und überhaupt: Diesen Beitrag weiterlesen »
Frankfurt am Main. Neulich Nacht begab ich mich auf eine Sight-Seeing-Tour durchs dortige “Occupy-Camp”. Moment, Sie wissen nicht, was die Occupy-Bewegung ist? Im Ernst? Dann sind Sie nicht allein. Ich musste dieses Aufbruchsphänomen neulich sogar einer Soziologie(!)-Studentin erklären. Sie las sich gleich im Netz ein und meinte dann lapidar: “Hört sich nicht wirklich revolutionär an.” Revolutionär. Soll es das überhaupt sein?
Zurück zu meiner Führung durchs Camp. Überall beschriftete Zettel und Plakate, mit verschiedensten mehr oder weniger weisen Sprüchen und Slogans aller ideologischer Couleur. Ein freundlicher Occupyler, sich selbst als Anarchist bezeichnend, sprach mich an und plauderte gleich aus dem Eingemachten. Diesen Beitrag weiterlesen »
Überhaupt nicht mehr schleichend, sondern höchstoffensichtlich wird im Bundestag der Gürtel enger geschnallt. Nein, bedauerlicherweise nicht was Abgeordnetengehälter angeht – die sogenannten Diäten nehmen ungeachtet jeder Konjunkturlage zu. Eingeschnürt wird vielmehr der Denk- und Handlungsspielraum unserer Volksvertreter, und das auf immer dreistere Weise. Diese Bestrebungen gehen von den großen Parteien aus – und ihrer überbordenden Hybris.
Dass Fraktionsvorsitzende und andere Parteifunktionäre diejenigen schelten, die bei Abstimmungen von der vorgegebenen Linie abweichen, so geschehen, als es um die Gesundheitsreform oder den Mazedonieneinsatz der Bundeswehr ging, gehört heute beinahe schon zur parlamentarischen Normalität. Besonders hervor tat sich seinerzeit Franz Müntefering (SPD), der die “Fraktionsdisziplin” beschwor. Bei anderen Parteien, wie etwa den Grünen, gab es ebensolche Kontroversen. Von Abstrafen der “Abtrünnigen” (z. B. Durchfallenlassen bei der Kandidatenaufstellung für die nächste Bundestagswahl) bis hin zum Parteiausschluss reicht dabei das Spektrum der Einschüchterungspraxis.
So auch bei der heiklen Abstimmung zum Euro-Rettungsschirm (EFSF) letzten Donnerstag. Mancher nichtlinientreuer EFSF-Gegner musste sich dazu im Vorfeld übelste Beschimpfungen aus den eigenen Reihen anhören, selbst der altgediente Wolfgang Bosbach (CDU) durfte dies verdutzt erfahren.
Derweil ist im Grundgesetz ganz klar geregelt: Diesen Beitrag weiterlesen »
Nie war es wohl leichter, einen Abgeordnetensitz zu erlangen, als heute. Einfach schnell Piratenpartei-Mitglied werden und sich zur Wahl aufstellen lassen. Gut, in nächster Zeit sieht’s etwas dürftig aus, was Landtagswahlen angeht (2011 keine mehr, 2012 nur eine einzige).
Dafür hagelt es ab Herbst 2013 ein Jahr lang nur so Wahltermine. Und die Neuwahl des Bundestags naht auch. Genügend Gelegenheiten also, wenigstens das eigene “Grundeinkommen” schon mal üppig abzusichern. Bis dahin kann etwas zeitliche Vorbereitung sicher nicht schaden. Z. B. kann man sich schon in bunten Bildern ausmalen, was man mit der ganzen Kohle anstellen wird …
Ansonsten braucht es soviel Vorwissen nicht. Learning by Doing reicht völlig aus, sieht man ja auch bei alteingessenen Abgeordneten, wie häufig die bisweilen ihr Ressort wechseln.
Verwegenheit, oder zumindest verwegenes Auftreten/Erscheinen, ist ebenfalls kein Nachteil; im Gegenteil unterstreicht es die Glaubwürdigkeit. Authentizität scheint wieder gefragt.
Und das ist ernst gemeint!
Pirat zu sein hat was, das ist ab jetzt “hip”. Diesen Beitrag weiterlesen »
Seit vergangenen Sonntag hat sich das mediale Interesse an der Piratenpartei unheimlich potenziert. Zuvor noch wurde sie als Kleinstpartei weitestgehend übersehen, teils gar verschmäht oder verlacht. Seit die Piraten mit 8,9 % der Wählerstimmen ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen sind, und das gleich mit allen 15 Kandidaten, sieht die Sache anders aus. Die neuen Gesichter samt Biografien gehen durch die Presse. Sogar in Talkshows sind die “Netzfreibeuter” mittlerweile begehrt.
Die Berlinwahl war der erste größere Erfolg seit der Gründung der Piratenpartei 2006, sieht man mal von verschiedenen Kommunalwahlen ab. Doch weshalb der plötzliche Run der Wähler? War es die verstärkte Wahlwerbung im Vorfeld? Oder sind es (späte) Früchte der rasant gestiegenen Mitgliederzahl (mittlerweile rund 12.000, was die Piraten zur siebtgrößten Partei hinter den Grünen macht)? Oder war die Zeit ganz einfach nur reif?
Wie dem auch sei: Es war ein kluger Schachzug der Piraten, das Grundeinkommen und die Direkte Demokratie in ihr Parteiprogramm aufzunehmen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Seit kurzem darf auch ich mich zu den stolzen Besitzern eines “Smartphones” rechnen (nein, keines IPhones, weil ich Apples rigide Firmenpolitik und deren Hardwaremonopol nicht auch noch unterstützen möchte).
Ehrlich gesagt, ich bin baff, was sich in den letzten Jahren im Bereich mobiler Kommunikation getan hat. Mein Handy ist tatsächlich zu einem portablen Minibüro mutiert mit einer Funktionsbreite, von der ich als Journalist vor kurzem noch kaum zu träumen wagte: E-Mails abrufen und senden, im Internet rechechieren, Newsreader abonnieren, E-Books lesen, hochauflösende Fotos und Filme machen, Routen planen und durch die Lande navigieren (und das sogar mit sogenannten Augmented-Reality-Apps), soziale Netzwerke und Messenger wie etwa Skype nutzen, Online-Banking auch unterwegs, Dokumente und sogar Barcodes scannen zur Produktidentifikation, ja selbst Sprach- und Musikerkennung ist inzwischen mit erstaunlich hoher Trefferquote möglich (eine SMS zu diktieren ist äußerst praktisch) – und, man glaubt es kaum: Telefonieren kann man mit dem Ding auch noch. All das endlich mit einem einzigen Kleingerät, zu erschwinglichen Konditionen. Meine Freude zu Beginn war riesig.
Doch dann kam die Ernüchterung: Die Sache hat nämlich einen Haken. Um nicht zu sagen, einen Riesenhaken. Diesen Beitrag weiterlesen »
Geschehen noch Zeichen und Wunder? Vollzieht sich hier gerade ein Wandel? Oder ist es nur eine Verkettung glücklicher “Zufälligkeiten”?
Beim Durchblättern der dieswöchigen Focus-Ausgabe jedenfalls musste ich gleich mehrfach staunen. Es beginnt schon mit dem Titelbild: Steht da doch tatsächlich “ICH – Die beste Medizin der Welt” und als Untertitel: “Das Wunder Selbstheilung”. Zehn Seiten widmen die Redakteure im Innenteil diesem Schwerpunkt, der mit einer Art Zusammenfassung endet, die da lautet: “Die neue Seelenmedizin”. Im Focus wohlgemerkt. Wie bitte?
Bis vor nicht allzu langer Zeit noch hatten Focus, Spiegel & Co. nur Geringschätzung, wenn nicht gar Spott, zumindest aber Polemik übrig für alles, was sich jenseits des Konventionellen bewegt. Habe ich was verschlafen? Diesen Beitrag weiterlesen »











